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Klappentext: Die DRAKON startet von Paradise, dem paradiesischen Planeten in der Tiefe des Universums. Alle an Bord glauben an eine glückliche Rückkehr zur Erde. Doch das Grauen hat sich an Bord geschlichen: Das Weltraum-Monster scheint unüberwindlich zu sein ... |
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| Besetzung (in der Reihenfolge ihres Auftretens):
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| Produktionsnotizen (der Erstausgabe): Hörspiel von H. G. Francis Regie: Heikedine Körting Musik und Effekte: Bert Brac Eine Studio EUROPA-Produktion Künstlerische Gesamtleitung: Dr. Beurmann |
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Zur Editionsgeschichte: • Diese Folge ist bislang auf vier verschiedenen Tonträgern sowie digital im Streaming bzw. als Download veröffentlicht worden; das Hörspiel liegt in vier unterschiedlichen Fassungen vor. • Den Gruselseiten ist seit 1998 noch kein Fund einer Muster-LP bzw. Probepressung oder eine Muster-MC gemeldet worden. • Das Weltraum-Monster ist nie auf LP erschienen.
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Zu den Fassungen: • Bereits in der Fassung 2 wurde Carsten Bohns Musik - nur noch die Titelmelodie - gänzlich entfernt und durch die neue orchestrale Titelmusik ersetzt; 1999 fügte man wiederum neuere Musik hinzu. • Die Fassungen 3.1 und 3.2 weichen wohl nur in der Hörspielmitte (Seitenwechsel der MC) voneinander ab. Während auf der MC in Fassung 3.2 wie bereits in Fassung 1 und 2 die orchestrale Musik Hexentanz die erste Hälfte nach Sulkys Abgang mitten in der Szene abschließt und nach dem Seitenwechsel die zweite Hälfte mit der Fortsetzung derselben Szene erneut einleitet, überbrückt auf der CD in Fassung 3.1 der neu eingefügte Synthesizer-Cue für Gruselhörspiele, Nr. 3: Gespinst die beiden Hexentanz-Teile; es wäre nicht möglich gewesen, sie einfach zusammenzuschneiden. • Ob nach 2000 an dem Hörspiel erneut etwas verändert worden ist, ob es also z.B. im Streaming als Fassung 4 gilt, ist noch nicht systematisch überprüft worden; bislang wurden keine Bearbeitungen entdeckt. |
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| Zur ersten Neuausgabe: • Das Weltraum-Monster gehört zu den zehn 1981/1982 neu veröffentlichten Hörspielen der Gruselserie, die in der ersten 1987er Neuausgabe in einer überarbeiteten Fassung und mit verkürztem Titel erschienen sind. Das Weltraum-Wesen war Folge 8. |
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| Zur zweiten Neuausgabe (Die Rückkehr der Klassiker): • Das Weltraum-Monster wurde in der 1999/2000er Neuausgabe erneut wiederveröffentlicht. Verschiedene Auflagen - etwa mit einer nach 2000 erneut bearbeiteten Fassung - sind nicht bekannt. |
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| Zum Cover: • Die Illustration des Covers zeigt eine dicke Wand aus Feuer und Rauch sowie ... ja, wen eigentlich? Das Weltraum-Monster selbst ist das ganz sicher nicht, also bleibt nur der Kampfroboter Sulky, dessen "metallene Gestalt" "zwei Waffenarme" hat, "die mit Energiestrahlern ausgerüstet waren". Allerdings währt Sulkys Begegnung mit dem Mörder-ALF bekanntlich nur kurz, da er aus dem Hinterhalt niedergestreckt wird. Insofern wirkt die Feuersbrunst fehl am Platz; hitzig wird es erst, als die Gruppe um Karl Meisinger das Weltraum-Monster stellt und mit Energiestrahlern angreift. War zunächst beabsichtigt, eben diese Szene zu zeigen? Und dann zog man es vor, das Weltraum-Monster lieber der eigenen Phantasie zu überlassen und montierte - fälschlicherweise - den Roboter hinein? • Das Weltraum-Monster ist nicht das erste Hörspiel der Gruselserie, auf dessen Cover die neonrote oder neongrüne Farbe im Hintergrund der Illustration so verwendet wird, daß sie an manchen Stellen bis an den oberen Rand des Motivs reicht und nach oben hin in den Hintergrund des Titels übergeht. Bei Frankensteins Sohn im Monster-Labor wurde dies noch recht dezent, bei Das Schloß des Grauens, Der Angriff der Horrorameisen und Das Duell mit dem Vampir bereits recht markant eingesetzt. Das Weltraum-Monster treibt es auf die Spitze, da die Illustration auf jeglichen Hintergrund verzichtet. Irgend jemandem ging das aber wohl zu weit und so wurde - zum ersten und einzigen Mal - eine Linie von links nach rechts gezogen, die das Motiv vom oberen Bereich des Covers abgrenzt und damit dem vom Illustrator vermutlich angestrengten Effekt einen Strich durch die Rechnung macht. • Im EUROPA-Jugendkalender 1983 wurde Das Weltraum-Monster mit leicht abweichender Farbgebung abgebildet; dies könnte ein erster, in der Kolorierung noch nicht endgültiger Entwurf gewesen sein. Die Feuerwand ist dort nur schwarz-gelb ohne rote Flammenzungen. Der Roboter weist neben gelben auch rote Partien auf, die offenbar zusätzliche Körperschatten andeuten sollen - im fertigen Bild wurde die Einfärbung des Roboters spartanisch mit Goldgelb umgesetzt. • Für das Cover der ersten 1987er Neuausgabe beschränkte man sich auf ein Brustportrait des Roboters - was mit derart abstrahierten Umrißlinien nun ebensogut das Monster darstellen könnte - und ließ hinter ihm am Horizont der gekrümmten (!) futuristischen Gitternetz-Landschaft unterm Sternenhimmel eine Sonne aufgehen. • Da Das Weltraum-Monster 1982 nicht als LP erschienen war (siehe unten), mußte das Cover für die 2000er Neuausgabe auf CD erstmals an quadratische Abmessungen angepaßt werden - was wiederum bedeutete, daß die Illustration nicht mehr quadratisch bleiben konnte, sondern ins Querformat zu übertragen war. Doch während die Motive von Ungeheuer aus der Tiefe und Die Insel der Zombies zugeschnitten wurden, war es bei Folge 18 möglich, die vollständige quadratische Zeichnung zu behalten: da rechts neben dem Roboter nichts außer dem pinkfarbenen Hintergrund des Covers zu sehen ist, ließ sich die gesamte Illustration der MC einfach an den linken Rand rücken. An ihrem rechten Rand mußten lediglich die zuvor vom "Ab 12 Jahre"-Dreieck verborgenen Wolken vervollständigt werden - der Rest ist einfarbiger Hintergrund mit den beiden Energiestrahlen, die nun länger sind und von denen einer über den oberen Rand der Illustration hinausschießt - apropos Rand: 2000 wurde auf die 1982 noch gezogene Linie verzichtet. Der "Ab 14 Jahre"-Balken setzte den bei der vorherigen geraden Folge 16 begangenen Stilbruch fort und war nicht mehr pink, sondern gelb. Die neuveröffentlichte 2000er MC zeigt nicht das originale Motiv der 1982er MC, sondern eine leicht herangezoomte Variante der erweiterten CD-Fassung. • Für die digitale Version im Streaming bzw. als Download wurde das CD-Cover von 2000 gewählt. |
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Vorlagen: • Weder der Roboter, noch die Feuersbrunst auf der Cover-Illustration sind bislang im Original entdeckt worden. Das Feuer könnte natürlich zumindest in Teilen neu gezeichnet worden sein, allerdings befinden sich am linken Rand Reste einer rot eingefärbten Struktur, die für das Motiv ohne Belang sind und aus der Vorlage mit übernommen worden sein dürften - im Kontext der Hörspielszene müßte es irgendein Metallteil der Sternenschiff-Inneneinrichtung sein, aber es sieht eher nach Felsgestein aus. Der Roboter wirkt wie aus einem Guß gezeichnet, als sei er 1:1 irgendwo ausgeschnitten worden, auch wenn der Torso ein wenig an C-3PO aus Star Wars erinnert. Beim genaueren Hinsehen fallen die unterschiedlichen Beine mit jeweils anderem Kniegelenk auf; das linke, nicht angewinkelte Standbein dürfte aus einer anderen Quelle stammen und nachträglich an das Becken anmontiert worden sein. |
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| Zur Sprecherliste: • Astronavigator Malon hat in der Sprecherliste den falschen Vornamen Carl erhalten, was er sicherlich dem über ihm stehenden Karl Meisinger verdankt. Dieser Fehler zieht sich durch alle Ausgaben. Ob sein Nachname wirklich "Malon" oder nicht doch "Malone" geschrieben wird, ist unklar - vermutlich stand im Skript tatsächlich "Malon", was unweigerlich zu Unsicherheiten führte: da ein Aussprachenavigator nicht an Bord war, wählten Judy Winter und Günther Ungeheuer die Malone-Variante, während Hans Timmermann und Brigitte Kollecker den Nachnamen wie bei der englischen Melone auf der ersten Silbe betonten. • Normalerweise wird die Reihenfolge der Rollen in den Sprecherlisten eines EUROPA-Hörspiels stets so gewichtet, daß die wichtigsten Protagonisten oben stehen. Dies läßt sich von der erstgenannten Helen Traker nun wirklich nicht behaupten und auch Wolfgang Völz' Kleinstrolle steht viel zu weit vorne, während Pablo Duval - Horst Naumann hat den gefühlt größten Redeanteil - ganz unten rangiert. Auch in den Neuausgaben hielt man es nicht für nötig, dies zu korrigieren. • Die achtköpfige Besatzung des Sternenschiffs zieht eine zu Beginn außerordentlich hohe Vornamen-Dichte in den Dialogen nach sich - ein notwendiges Übel, das bei den sechs Hauptrollen in Ungeheuer aus der Tiefe ebenfalls aufgetreten war - und führt zu einem starken Ungleichgewicht in der Sprecherauslastung. In Das Weltraum-Monster sind es eigentlich auch nur sechs, denn Horst Stark ("Mir fällt auf, daß du mit beiden Frauen allein warst. Und das jeweils, kurz bevor sie verschwanden.", "Er biegt ab nach 440.", "Den Dialanschluß noch, Hamilton. Gut so.") und Wolfgang Völz ("Jeanne und Pablo zu dir? Dann ist unsere Kampfkraft viel höher als eure!") sind im wahrsten Sinne des Wortes nicht der Rede wert. Zwei weitere Rollen werden relativ bald wegrationalisiert, so daß de facto nur noch vier und dann drei übrig bleiben. Interessant auch, daß Brigitte Kolleckers Rolle sich spät entwickelt, da sie in der ersten Szene in der Zentrale noch nicht anwesend ist: bei dieser Besprechung wird vielmehr der Eindruck erweckt, Judy Winters Kosmobiologin Eleonore Maine falle die weibliche Hauptrolle zu. Daß H. G. Francis sie wenig später dem Monster zum Fraß vorwirft, dürfte beim ersten Hören nicht wenige schockiert haben. • Pseudonyme in den Sprecherlisten der EUROPA-Hörspiele sind meistens Platzhalter als Verlegenheitslösungen, wann immer die Besetzung einer Rolle noch nicht klar war - aber sie sollten auch gerne den Eindruck erwecken, als seien mehr Sprecherinnen und Sprecher zugegen, als dies tatsächlich der Fall war. Bemerkenswerterweise wird hingegen in Das Weltraum-Monster scheinbar freimütig eingeräumt, daß ein Sprecher sowohl das Monster Grow als auch den Roboter Sulky zum besten gegeben habe - was wiederum eine Finte ist, denn "Frank Doermer" gab es nicht und hinter Sulky und Grow versteckten sich zwei Sprecher. • Sulky ist zweifellos Horst Naumann zuzuordnen, das kann weder seine leicht gepreßte, monoton-mechanische Stimmlage, noch der von ihm verwendete Stimmenverzerrer verdecken, zumal er seine ersten beiden langen Sätze "Das ist mir außerordentlich angenehm, Hamilton, Commander. Ich habe lange genug im Schrank gestanden." fast vollständig am Stimmenverzerrer vorbei spricht. Vermutlich hat er den Apparat (was auch immer es war) zu Beginn nicht richtig gehalten, denn er wird die Sulky-Sätze gemeinsam mit Hans Timmermann aufgenommen haben, der neben ihm saß und dessen nachfolgende Sätze so klingen, als würden sie bei Horst Naumann ganz dezent vom Stimmenverzerrer reflektiert. Ab "Das tut mir leid, Hamilton, Commander." ist Sulkys Stimme stärker verzerrt - möglicherweise wurden hier zwei Takes der Szene zusammengesetzt. Ein weiteres Indiz dafür, daß es Horst Naumann war: während Hamilton Meredith und Jeanne Gironde sich mit Sulky unterhalten und Karl Meisinger bei Sulkys Abgang mit einem Kommentar die Szene abschließt, hat Pablo Duval Sendepause. • Grow knurrt und faucht spätestens in verlangsamter Geschwindigkeit unverkennbar wie Wolfgang Draeger. Es ist unklar, ob hier noch übriggebliebenes Henry Aston-Gegrunze aus Die tödliche Begegnung mit dem Werwolf verwendet wurde, oder ob einige Monate später Kommissar Glockner mal eben auf die andere Seite des Gesetzes wechselte - der Nachname seines Pseudonyms könnte jedenfalls ein nur mäßig durchgeschütteltes Anagramm zu "Mörder" sein ... |
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Schauplatz: • Der Weltraum, unendliche Weiten: mehr als 120 Lichtjahre von der Erde entfernt, zieht der Planet Paradise seine Bahn um einen Stern, der nicht ein einziges Mal erwähnt wird. Die Handlung der Geschichte spielt von Beginn an nicht auf Paradise, sondern ausschließlich in dem Sternenschiff DRAKON. |
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Zur Musik: • Das Weltraum-Monster wird in der originalen Fassung von sehr vielen orchestralen Musikstücken (Die Monstermumie / Paradies / Nacht der Nebel / Nacht des Werwolfs / Dracula, Prelude For Orchestra: Misterioso / Hexentanz / Music from »Violent Midnight«: Motorcycle Chase, fragment 3 / Schlangenbeschwörung / Kutschfahrt ins Jenseits / Music from »Violent Midnight«: Criminal Climax, fragment 1 / Summer of '82) und einem Werk Carsten Bohns von März 1979 (Frankenstein & Dracula) untermalt. Die orchestralen Musikstücke sind recht vielschichtig eingesetzt und kehren unterschiedlich häufig wieder; Die Monstermumie dient zudem - stark verlangsamt - der akustischen Begleitung des Monsters. Die vier vom London Philharmonic Orchestra eingespielten Musikstücke Die Monstermumie, Nacht der Nebel, Nacht des Werwolfs und Hexentanz scheinen für die Gruselserie komponiert und aufgenommen worden zu sein; Die Monstermumie und Nacht des Werwolfs tauchen in zehn bzw. neun Hörspielen der Serie und damit sehr häufig auf, Nacht der Nebel fünfmal, Hexentanz hingegen nur hier und in Die Nacht der Todes-Ratte, wenig später wurde es in der Edgar Wallace-Serie in Der Hexer prominent eingesetzt. Music from »Violent Midnight«: Motorcycle Chase, fragment 3 und Music from »Violent Midnight«: Criminal Climax, fragment 1 sind bereits seit 1979 zu hören und u.a. aus den ersten neun Die drei ???-Hörspielen hinlänglich bekannt; Schlangenbeschwörung aus dem gleichen Jahr war etwas seltener präsent. Die Orchesterstücke Paradies, Dracula, Prelude For Orchestra: Misterioso, Kutschfahrt ins Jenseits und Summer of '82 stammen ebenfalls vom London Philharmonic Orchestra, dürften aber etwas später eingespielt worden sein, da sie in EUROPA-Hörspielen jeweils erst ab 1982 auftauchen; vor allem Kutschfahrt ins Jenseits war aufgrund der Ähnlichkeit zu Die Monstermumie womöglich für weitere Hörspiele der Gruselserie gedacht. Carsten Bohns 1979 für Dracula trifft Frankenstein komponiertes Thema Frankenstein & Dracula ist in Das Weltraum-Monster mit Teil 1 als Titelmelodie dabei - sonst ist von Bohn nichts zu hören. Es war ganz offensichtlich eine künstlerische Entscheidung, das Sternenschiff DRAKON bis auf den obligatorischen Horror Theme-Einstieg (siehe unten) überall mit einem orchestralen Teppich auszulegen. 1987 ergab dies den Nebeneffekt, daß nach der Titelmelodie keine einzige Musik auszutauschen war. Bei der Neuausgabe dreizehn Jahre später hielt man sich größtenteils zurück, mischte dann aber in der zweiten Hälfte an verschiedenen Stellen (inkl. Finale) doch noch zwei Stücke - den alten, von Nessie her bekannten Synthesizer-Cue für Gruselhörspiele, Nr. 3: Gespinst und das neuere Stück Gray Matter - hinzu, ohne daß hierfür auch nur irgendein zwingender Grund vorgelegen hätte. • Die Titelmusik am Beginn von Das Weltraum-Monster ist geschnitten: die ersten beiden Takte des Intros fehlen fast vollständig - bis auf die erste Viertelnote. Frankenstein & Dracula, Teil 1 setzt also wie gewohnt ein, wechselt aber zur zweiten Viertelnote sofort in den dritten Takt, so daß die dort gespielte Melodie unvermittelt einsetzt und ihr nun die erste Note fehlt. Das fällt im Schnitt kaum auf, der äußerst gekonnt durchgeführt wurde - nur warum? Um sieben Sekunden Zeit zu sparen, greift man doch nicht ausgerechnet in der Titelmusik zur Schere? Eigentlich gäbe es für einen derartigen Eingriff nur eine rationale Erklärung: das originale Band mit Frankenstein & Dracula, Teil 1 könnte in Mitleidenschaft geraten und beispielsweise gerissen sein, so daß das Intro nun irreparabel beschädigt war? Doch warum kaschierte man das auf diese Weise und behalf sich nicht etwa mit der Kopie auf dem Horror Pop Sounds-Masterband? Lag der Soundtrack vielleicht in Quickborn außer Reichweite und es drängte die Zeit? Oder wurde die Horror Theme-Kopie schlichtweg übersehen? Daß die Titelmusik wegen eines Malheurs zunächst nicht mehr greifbar gewesen wäre, würde jedenfalls erklären, warum Ungeheuer aus der Tiefe und Die Insel der Zombies auf den gewohnten Einstieg verzichteten und auf Orchestermusik, kombiniert mit regionaler Folklore, auswichen. Und nachdem jemand den am Originalband sauber durchgeführten Schnitt gemeistert hatte, wurde diese Fassung als Notlösung akzeptiert? Ob dieser für die Titelmelodie der Gruselserie einzigartige Vorgang in Folge 19, 20 etc. eine Dauerlösung geworden wäre, kann natürlich niemand sagen, da Das Weltraum-Monster das letzte Hörspiel blieb. Frankenstein & Dracula, Teil 1 wurde seitdem in keinem Hörspiel mehr eingesetzt. |
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Sonstiges: • Die akustische Realisierung des Weltraum-Monsters wurde auf vier Ebenen bewerkstelligt: anfangs artikuliert sich das Weltraum-Monster mit um etwa 20 bis 25 % schneller abgespieltem Knurren, Grunzen und Fauchen, ohne daß es sich dabei hörbar fortbewegt. Eine elektronische Sequenz, wahlweise vor- und rückwärts langsamer abgespielt, umwabert die Auftritte des Monsters. Hinzu kommt eine auf halbe Geschwindigkeit herabgesetzte Partie aus der orchestralen Musik Die Monstermumie: es sind nur wenige Noten der tiefen Bläser zu Beginn des Stücks, die immer wiederholt werden. Wolfgang Draegers, äh, Frank Doermers Laute beschränken sich auf die ersten Szenen; nach seinem Angriff auf Elenor verbreitet das fremde Wesen seinen Schrecken nur noch über klobige, fast schon mechanisch wirkende (und via Interkom durch Rückkopplung verzerrte) Schrittgeräusche. Aber wieso knurrt und brabbelt das Monster nur zu Beginn? Hat Grow diese Marotte nach seinem Wachstumsschub abgelegt? Oder war das so leise, daß es von den Interkom-Mikrofonen nicht erfaßt und deshalb weggelassen wurde? Spätestens nach dem erfolglosen Kampf von Karl Meisingers Gruppe hätten die drei anderen Besatzungsmitglieder durch das klemmende Tor des Schotts eigentlich nicht nur die Schritte, sondern auch die Lautäußerungen des bissigen Biests hören müssen. Im Finale ist das Monster ebenfalls in Hörweite, da hätte es ruhig noch mal geifern können ... • Im Hörspiel Popeye - Der Spinatmatrose (2): Prinzessin Mirimar / Aufstand der Wachsfiguren von 1983 klingt ein in der Sprecherliste nicht aufgeführtes "Wachsmonster" exakt wie Grow. Auch wenn Wolfgang Draeger passenderweise die Hauptfigur Popeye gesprochen hat, so ist die Wahrscheinlichkeit äußerst gering, daß das Popeye-Hörspiel der späteren Veröffentlichung zum Trotz vor Das Weltraum-Monster eingesprochen wurde und Draeger hierfür zum Monster geworden wäre, denn das Wachsmonster knurrt nur kurz - viel kürzer als alles, was wir von Grow zu hören bekommen. Offenbar hat man sich bei der Abmischung des Popeye-Hörspiels an Draegers Grow erinnert und war der Meinung, daß sein Weltraum-Monster auch als Wachsmonster funktionieren könnte? • Null Problemo auf der Nostromo: die außerirdische Lebensform, die sich 1979 in Ridley Scotts Science-Fiction-Horrorfilm Alien (ab Oktober 1979 in westdeutschen Kinos) vom auf einem öden Mond gestrandeten Raumschiff mittels einer widerwärtig-parasitären Strategie auf den zur Hilfe geeilten Raumschlepper Nostromo schmuggelt und anschließend in dessen labyrinthischen Gängen verschanzt, um fortan munter zu wachsen und die Besatzung zu dezimieren, war ganz sicherlich die Blaupause für Das Weltraum-Monster. Mehrere Handlungsmotive finden sich sowohl im Film wie auch im Hörspiel, freilich in unterschiedlicher Ausgestaltung: Man versucht, das Alien in die Schleuse des Raumschiffs zu treiben, um es in den Weltraum hinaus zu befördern, doch das gelingt erst einmal nicht; die drei verbliebenen Besatungsmitglieder beschließen, mit einem Rettungsfahrzeug zu fliehen; das Alien erweist sich allmählich als unbesiegbar; die 3. Offizierin Ellen Ripley (verdanken Helen und Eleonore Ellen ihre Namen und werden sie deshalb geradezu augenzwinkernd zuerst umgebracht?) bleibt als letzte übrig und beschließt den Raumschlepper zu sprengen; hierfür setzt sie einen Selbstzerstörungsmechanismus in Gang, dem sie selbst durch die Flucht im Beiboot entkommen möchte. Dies gelingt auch, allerdings hatte das Alien denselben Gedanken, so daß sich das Duell noch ein wenig ins Beiboot hinein verlängert, aber am Ende wird das Wesen in den Weltraum hinausbefördert. Alien serviert zudem als Sahnehäubchen die spektakuläre Enttarnung eines Vorgesetzten, der sich als Android entpuppt, dessen Aufgabe es war, das Raumschiff zum Mond und damit zum Bösen, das dort lauert, zu navigieren - nach einem kurzen Kampf verliert der künstliche Mensch seinen Kopf, welcher etwas später noch mal kurz zum Leben erwacht und sprechen kann ... • Interkom, das interne Kommunikationsnetzwerk (mit Audio- und Videoübertragung) der DRAKON wurde von H. G. Francis genau so benannt, wie es in der Perry Rhodan-Serie von Anfang an üblich war. • Haben die Besatzungsmitglieder ihren Kampfroboter Sulky nach dem gleichnamigen einachsigen Pferdefuhrwerk benannt, das bevorzugt im Pferderennsport bei Trabrennen eingesetzt wird? Oder orientierten sie sich am engl. "sulky", das in etwa den deutschen Attibuten "muffelig", "mürrisch" bzw. "schlechtgelaunt" entspricht? Warum auch immer ... • Im Jahre 1982 wurde nicht nur Grow, das Weltraum-Monster, sondern auch Grolli, das Schulweg-Monster (Rolf und seine Freunde: Lieder die wie Brücken sind) auf die westdeutschen Kinder losgelassen. Ob die Namensgebung des einen Monsters vom anderen Monster inspiriert worden ist, läßt sich wohl kaum ermitteln; überdies ist derzeit unklar, wann genau Rolf Zuckowskis Album erschien und ob es womöglich Anfang 1982 im Hause Franciskowsky aus dem Kinderzimmer dem Autor zu Ohren drang ... • Das Sternenschiff DRAKON hat - wie wir erfahren, als die Mannschaft das unbekannte Monster in die Zange nehmen will - einen "grünen Bereich" und einen "blauen". Ob der zuvor erwähnte "Hangar 7" im blauen Bereich liegt, wissen wir nicht, aber "Sektor 7 Blau" bei Commander Perkins läßt grüßen ... • Woher rührt die von Commander Meredith einmal bemühte und leicht konstruiert wirkende Redewendung "Den Sternengöttern sei Dank"? Gab es sie schon vorher, etwa bei Perry Rhodan oder in einer anderen Science-Fiction-Serie? • Im Beiboot meldet Jeanne Gironde nach dem Start des Triebwerks: "Alle Systeme auf Go!". Dies ist die wortwörtliche Übersetzung der seit dem US-amerikanischen Raumfahrtprogramm geläufigen Phrase "All systems are go" (auch auf "All systems go" verkürzt), das sich in Anbetracht der klanglich limitierten Mittel der damaligen Audioübertragung als eindeutiges, prägnantes und schnell verständliches Signal bewährt hatte. Das englische Original fand seit den 1960er Jahren schnell Engang in die Alltagssprache und u.a. auch in die Popkultur, befördert wurde dies möglicherweise durch den Countdown im Intro der Serie Thunderbirds ("Thunderbirds are go!"). Der Satz ist heute praktisch überall - das deutschsprachige Pendant in diesem sprachlich holprigen Mischmasch aus Deutsch und Englisch eher nicht. Selbst bei Perry Rhodan scheint es keinen einheitlich gebräuchlichen Satz zu geben, dem diese zentrale Bedeutung vor dem Start eines Gefährts zufällt - dort laufen des öfteren alle Systeme "einwandfrei" - wie übrigens auch beim 1. Offizier Karl Meisinger zu Beginn der ersten Szene in der Hauptleitzentrale. Aber in Commander Perkins (5): Saturn ruft Delta-4 setzt Major Peter Hoffmann für den Start des Raumgleiters die "Hauptsysteme auf Go" und im später ebenfalls von H. G. Francis geschriebenen Masters of the Universe-Hörspiel Nacht über Castle Grayskull (16) steigt He-Man gemeinsam mit Man-at-Arms in den Wind Raider ein - und Man-at-Arms setzt "alle Systeme auf Go" ... • Mitten in einem Satz von Commander Meredith - "Denkt daran, wie schnell der Roboter ausgeschaltet wurde." - ist ein recht deutlicher Schnitt zu hören, vermutlich mußten zwei Takes aus irgendeinem Grund zusammengefügt werden. Auch bei Pablo Duvals "Wenn es sich irgendwo in den Lagerräumen verkrochen hat, dann können wir lange nach ihm suchen." könnte mitten im Satz getrickst worden sein. • Der recht früh von Pablo Duval an herausgehobener Stelle gesprochene, eindrückliche Satz "Darüber hab' ich noch gar nicht nachgedacht." wird später im Hörspiel von ihm selbst wiederholt, als Commander Meredith ihn darauf hinweist, daß das Monster weitaus intelligenter sein könnte als sie selbst. Es ist unklar, ob H. G. Francis sich hier einfach im Hörspielskript (un-)bewußt wiederholt hat, oder ob man womöglich später bei der Abmischung einen weiteren Take des späteren Satzes in die frühe Szene hineinmontiert hat, um den Disput rund um die beiden verschwundenen Frauen und um einen möglichen Mörder in den eigenen Reihen aufzupeppen? • Das Weltraum-Monster fällt durch dynamische Szenen auf, in denen angespanntes Schweigen bewußt in Szene gesetzt, sekundenlang ausgekostet und vom unterschwellig dräuenden Brummen der Raumschiffatmosphäre verstärkt wird. So viel Stille gab und gibt es in einem EUROPA-Hörspiel selten. |
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Serienproduktion im Hörspiel-Labor: • Vieles wurde im Tonstudio EUROPA zeitgleich zu Das Weltraum-Monster produziert. Interessante Parallelen zeigen sich in diesen Hörspielen: Gruselserie (16): Ungeheuer aus der Tiefe Gruselserie (17): Die Insel der Zombies Edgar Wallace (1): Die toten Augen von London Edgar Wallace (2): Der Frosch mit der Maske Edgar Wallace (3): Der Hexer Edgar Wallace (4): Das Gasthaus an der Themse Edgar Wallace (5): Der rote Kreis Edgar Wallace (6): Der schwarze Abt Edgar Wallace (7): Neues vom Hexer Bestseller (2): Fronttheater Bestseller (3): Nur der Pudding hört mein Seufzen Perry Rhodan (1): Unternehmen STARDUST Perry Rhodan (2): Die dritte Macht Perry Rhodan (3): Mutanten Perry Rhodan (4): Der Angriff der Individual-Verformer Perry Rhodan (5): Raumschlacht im Wega-Sektor Perry Rhodan (6): Mutanten im Einsatz • Die drei Hörspiele der dritten Gruselserie-Staffel sind durch einige Sprecherinnen und Sprecher miteinander verbunden. Judy Winter scheint ihren Auftritt in Das Weltraum-Monster unmittelbar nach ihren Aufnahmen mit Uwe Friedrichsen absolviert zu haben, so daß ihre Eleonore Maine wohl eine zweite Zugabe zur Clarissa-Deighton-Zugabe zu Perry Rhodan war. Michael Harck und Rebecca Völz übernahmen ähnlich wie in Das Weltraum-Monster auch in Ungeheuer aus der Tiefe eine große und eine weniger große Hauptrolle und ergänzten damit die vermutlich älteren Aufnahmen der übrigen Urlauberinnen und Urlauber. Wolfgang Völz half nicht nur in Folge 18 als Crew-Komparse Clark Malon, sondern auch in Folge 16 als Skipper aus, Horst Stark steuerte ähnlich wie Bobby Fitzgerald auch in Folge 17 als einzeiliger Barkassen-Kapitän einige winzige Sätze bei. • Neben Judy Winter übernahmen auch Rebecca Völz, Michael Harck, Horst Stark, Horst Naumann und Günther Ungeheuer einige größere oder kleinere Nebenrollen in den ersten sechs Folgen der erst 1983 veröffentlichten, aber offensichtlich bereits 1981/82 begonnenen Perry Rhodan-Serie. Gleiches gilt für Edgar Wallace: von dieser Serie wurden ab 1981/82 vermutlich zunächst die ersten sieben Folgen produziert - Günther Ungeheuer gab in Folge 3 und 7 den Hexer Arthur Milton und in Folge 1 den polizeilichen Ermittler, Judy Winter war in Folge 3 die Ehefrau des Hexers, Michael Harck tauchte in Folge 2, 3 und 7 auf, Brigitte Kollecker in Folge 4 und 5, Wolfgang Völz in Folge 1 und 2, Rebecca Völz ebenso in Folge 1 und 2, Horst Stark in Folge 1, 3, 4, 5, 6 und 7 - und Horst Naumann in allen Folgen, schließlich war er bei Edgar Wallace der Erzähler. Viele Stimmen von der DRAKON finden sich auch in der Bestseller-Reihe wieder, stellvertretend seien hier Nur der Pudding hört mein Seufzen und Fronttheater genannt, weil Judy Winter und Horst Naumann hier die erzählende (Haupt-)Rolle haben. • Eigentlich müßten in obiger Liste auch TKKG-Folgen stehen, aber es ist schwer abzuschätzen, ob Wolfgang Draeger in Episoden der zweiten oder dritten Ein Fall für TKKG-Staffel als Kommissar Glockner ermittelt hatte, als er anschließend gebeten wurde, sich mal eben in die Lage eines blutrünstigen kleinen Weltraum-Monsters zu versetzen. • Einzig und allein Horst Timmermann fällt buchstäblich aus der Rolle: er taucht nirgendwo sonst auf - was natürlich gewisse Spekulationen befeuert, siehe unten. |
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Zur Chronologie: • Das Weltraum-Monster bildet den Abschluß zur dritten und letzten Staffel der Gruselserie, die nur noch drei Geschichten umfassen sollte. War Ungeheuer aus der Tiefe wohl zu weiten Teilen bereits für die zweite Staffel eingesprochen worden, so entstanden Die Insel der Zombies und Das Weltraum-Monster völlig neu. Beide Hörspiele dockten an die Aufnahmen für mehrere neue Serien an, die im Tonstudio EUROPA nun auch bzw. theoretisch ausschließlich für Erwachsene produziert wurden: Edgar Wallace, Perry Rhodan und die Bestseller-Reihe. Bei all den Querverbindungen zwischen diesen Serien ist es kaum vorstellbar, daß die Sprecherinnen und Sprecher ihre jeweiligen Haupt-, Neben- und Kleinstrollen allesamt an einem Tag aufgenommen haben, auch weil manches eindeutig im Ensemble eingesprochen wurde. • In Das Weltraum-Monster ist mehreren Szenen, vor allem den intensiven Beratungen in der Zentrale deutlich anzuhören, daß Horst Naumann, Hans Timmermann, Michael Harck und Brigitte Kollecker gemeinsam im Studio gewesen sind, vor allem Michael Harck spielt häufig nonverbal und atmend mit, ein- oder zweimal ist an seiner Position wohl sogar ein feines Rascheln beiseite geschobener Manuskriptseiten zu hören. Judy Winter könnte ebenfalls dazugehört haben - wahrscheinlich aber auch nicht, denn sie spricht den Nachnamen von Astronavigator Clark Malon anders aus als Hans Timmermann und Brigitte Kollecker; außerdem wurde die erste von ihr geprägte Zentrale-Szene zu Beginn mit der im Hintergrund weiterlaufenden Orchestermusik Paradies sowie mit Geräuschen derart angefüllt, daß es hier womöglich galt, irgendeinen gefühlten oder anfangs tatsächlich hörbaren Unterschied zwischen beiden Aufnahmen zu kaschieren? Daß Judy Winter in den anschließenden Szenen mit Horst Naumann ihre Rolle mit gedämpfter Stimme recht leise anlegt, während Naumann normal laut spricht, wäre ein weiteres Indiz dafür, daß sie nicht mit den anderen interagiert hat. Rebecca Völz, Wolfgang Völz und Horst Stark wurden garantiert separat hinzugefügt. • Günther Ungeheuer befand sich seit September 1981 mit dem Edgar-Wallace-Theaterstück Der Hexer auf Tournee. Die Erzählertexte der zweiten Staffel (also 11-13, wahrscheinlich auch 16) müßte er unmittelbar vor dem Start dieser Tour eingesprochen haben, die ihn im gesamten deutschsprachigen Raum durch viele große und kleine Städte führte und mehrere Monate lang von Hamburg ferngehalten haben dürfte. Aber jede Tournee legt einmal eine Pause ein, etwa zum Jahreswechsel? Jedenfalls scheint Ungeheuer Folge 17 und 18 zusammen mit seinen Rollen für Edgar Wallace 1, 3 und 7 in einem Rutsch eingesprochen zu haben (Folge 12 hingegen nicht, denn hier klingt seine Stimme irgendwie angeschlagen). Judy Winter spielte seit Ende März 1981 am Ernst Deutsch Theater Hamburg die Hauptrolle in Bertolt Brechts Mutter Courage und ihre Kinder; das Stück wurde auch in den Monaten nach dem Frühjahr 1981 immer wieder ins Programm genommen; so ist bei ihr nicht davon auszugehen, daß sie an einem einzigen Tag zunächst einige Perry Rhodan-Folgen und Die Insel der Zombies mindestens zusammen mit Uwe Friedrichsen sprach, anschließend mit Günther Ungeheuer das Ehepaar Milton für Der Hexer gab und dann auch noch Erna Bombecks Bestseller Nur der Pudding hört mein Seufzen las - sie wird als Mutter Courage flexibel gewesen und mehrmals vorbeigekommen sein. Wie Judy Winter, so gelangte auch Horst Naumann zu jener Zeit als EUROPA-Neuling erstmals in die Agnesstraße - und auch bei ihm ist es sehr wahrscheinlich, daß Heikedine Körting die Gelegenheit eines anderen Engagements in Hamburg nutzte. Naumanns erste Sprechstunden als Schiffsarzt in der zweiten Das Traumschiff-Staffel, deren Innenaufnahmen im Studio Hamburg gedreht wurden, kämen als günstiger Anlaß durchaus in Frage, sofern die Produktion der von Oktober 1983 bis zum Jahreswechsel 1983/1984 erstmals ausgestrahlten Das Traumschiff-Episoden einen mindestens eineinhalbjährigen Vorlauf hatte. Aber warum nicht? Es wäre durchaus realistisch und vielleicht waren es sogar etwas mehr als zwei Jahre, denn seltsamerweise läuft Naumann zu Beginn der ebenfalls im Studio Hamburg produzierten Sonderdezernat K1-Episode Das masurische Handtuch (diese Folge ist wegen Hannes Messemers Rolle auch für die Gruselserie interessant) durch eine Party-Außenszene, die ganz sicherlich im Sommer 1981 gedreht wurde - Naumanns Rolle ist lächerlich klein, so daß er gut und gerne aus anderen Gründen im Studio Hamburg gewesen sein mag. Kurzum: Naumann war im Sommer 1981 und fortan gewissermaßen regelmäßig in Hamburg und hatte daher die Gelegenheit, in den Drehpausen öfters im Tonstudio EUROPA vorbeizuschauen, um einerseits im Ensemble auf dem (T)Raumschiff DRAKON zu reisen und andererseits als Erzähler bei Edgar Wallace einzusteigen und einige Nebenrollen u.a. für Perry Rhodan abzuliefern - auch Naumanns spätere Rollen vor allem als Erzähler bei Masters of the Universe, Tom und Locke, She-Ra - Princess Of Power, Hanni und Nanni (Neuauflage), Das Schloß-Trio sowie Cop & Co. sind vermutlich den Innenaufnahmen für Das Traumschiff und natürlich Die Schwarzwaldklinik zu verdanken. Brigitte Kollecker wohnte mit Horst Frank in Hamburg und hat übereinstimmenden Erzählungen zufolge eine Zeit lang im Tonstudio EUROPA gearbeitet, sie war also ebenso schnell verfügbar wie Michael Harck, der ebenfalls in Hamburg ansässig war: für ihn war nach nur zwei EUROPA-Hörspielen von 1974/1975 unter Körtings Regie erst einmal Schluß und er wandte sich Maritim-Hörspielen zu, bis er allem Anschein nach für die Gruselserienfolgen 16 und 18 in die Agnesstraße zurückgerufen wurde und sich wie die anderen Kolleginnen und Kollegen auch an den ersten Edgar Wallace-, Perry Rhodan- und Bestseller-Hörspielen beteiligte; etwas später kamen dann sein Erzähler für Die Funk-Füchse, die Datums- und Zeitansage bei Larry Brent und vieles weitere hinzu. Die in Das Weltraum-Monster definitiv hineinge-xten Takes von Horst Stark, Wolfgang Völz und seiner Tochter Rebecca Völz waren das Nebenprodukt ihrer Nebenrollen bei Edgar Wallace und/oder Perry Rhodan, wo sie wie Horst Naumann, Günther Ungeheuer, Judy Winter, Michael Harck und Brigitte Kollecker mit von der Partie waren. • Hans Timmermann gibt hingegen Rätsel auf, denn Das Weltraum-Monster ist sein einziges EUROPA-Hörspiel. Sonst hat er nichts gesprochen. Gar nichts. Timmermann wohnte in Hamburg und war in der Spielzeit 1981/82 - neben sporadischen Auftritten am Ohnsorg-Theater - vor allem Ensemble-Mitglied am Ernst Deutsch Theater, wo Heikedine Körting bekanntlich einen Fuß in der Tür hatte, man denke nur an Friedrich Schütter, Judy Winter und Gernot Endemann. Bei seinem einmaligen Gastspiel im Tonstudio EUROPA agiert Timmermann so souverän und routiniert, als sei er für viele weitere Haupt- und Nebenrollen geradezu prädestiniert - wieso wurde ihm kein weiteres Hörspielskript auf den Tisch gelegt? Natürlich könnte er weitere Drehbuchseiten schlichtweg abgelehnt und es sich gleich bei seinem Einstieg mit der Regisseurin verscherzt haben. Doch in der dritten Staffel der Gruselserie ist Timmermann nicht der einzige Sonderling, auch Renate Schubert hatte als Batuu in Die Insel der Zombies nur eine nachweisbare Sprechrolle im Tonstudio EUROPA - für Wolf Rahtjen ist neben seinem Joseph Baptist Machon zu jener Zeit ebenfalls keine bzw. allenfalls eine kleine Nebenfigur in Sicht. Wenn in den Folgen 16, 17 und 18 der Gruselserie jeweils etliche Sprecherinnen und Sprecher zweimal auftauchen, drei weitere aber komplett isoliert als "Einzeltäter" herumstehen, liegt der Gedanke nahe, daß auch sie tatsächlich weitere Rollen eingesprochen haben. Entweder handelte es sich um Rollen, in denen sie aus irgendwelchen Gründen nicht überzeugten, so daß anschließend neu besetzt wurde - hat Hans Timmermann beispielsweise Morton Collins, Joseph Baptist Machon oder Karmelo Bekavac in den Sand gesetzt? -, oder aber es gab eben doch bereits konkrete Ansätze für Folge 19 und/oder Folge 20 der Gruselserie, in denen Timmermann, Schubert und Rahtjen Neben- bzw. Hauptrollen übernahmen? Zwar wurde bis heute stets verneint, daß diese Folgen geschrieben oder gar in Ansätzen produziert worden sein könnten. Daß es im Jahr 2000 theoretisch ein Leichtes gewesen wäre, sie fertigzustellen und sie an die Rückkehr-der-Klassiker-Neuausgabe dranzuhängen und daß eben dies nicht geschah, spricht gegen die Existenz weiterer Grusel-Geschichten, doch andererseits war das Verhältnis zwischen H. G. Francis und EUROPA zu jener Zeit angespannt und so hätte er gegen die Verwendung noch nicht veröffentlichter Hörspielskripte vielleicht ein Veto einlegen können. H. G. Francis wiederum hat niemals auch nur andeutungsweise zu verstehen gegeben, was auf Das Weltraum-Monster gefolgt wäre. Folge 19 und 20 scheinen also weder angedacht, noch geschrieben oder gar teilweise eingesprochen worden zu sein. Aber ... wäre es wirklich ausgeschlossen? • Mag die letzte Staffel der Gruselserie im Vergleich zu den vorherigen Folgen durchaus reißerischer daherkommen, weil hier mehrmals Menschen mit Haut und Haaren gefressen werden: der Gruselserie wurde dies ganz bestimmt nicht zum Verhängnis. Inzwischen muß nach offiziell kommunizierter Lesart Die Insel der Zombies als Auslöser für ein angedrohtes Indizierungsverfahren herhalten, dies kann jedoch aus mehreren - nebenan bei Die Insel der Zombies dargelegten - Gründen nicht die wirkliche Ursache für den Produktionsstop der Gruselserie gewesen sein. Die Gruselserie wurde weder mit einem Eimer Unkrautvernichter aus dem Verkehr gezogen, noch wurde sie in ein Beiboot gelockt und in den Weltraum hinausgeschossen; stattdessen dümpelte sie nach Ungeheuer aus der Tiefe, Die Insel der Zombies und Das Weltraum-Monster für etwas mehr als zwei Jahre als Auslaufmodell im Hörspiel-Labor herum. Zwar liefen sämtliche Folgen (sogar die Horror Pop Sounds) noch mutmaßlich 1982 als Nachauflagen durch die Quickborner MC-Fertigung, allerdings wurde ab 1983 für die Gruselserie eine eigene Grabbel-Gruselkiste zusammengezimmert, um sie besser verramschen zu können. Als Ende 1983 die Groschenjäger Larry Brent und Macabros (sowie etwas später Dämonenkiller) den Trash- und Ekel-Pegel im Tonstudio EUROPA auf ungeahnte Höhen anschwellen ließen, bewarb man die vergleichsweise brave Gruselserie im Rahmen einer Anzeigekampagne, auch im EUROPA-Jugendkalender 1984 war sie noch vertreten, erst Ende 1984 verschwand sie aus dem Programm. Nein, der Gruselserie hat kein dräuendes Indizierungsverfahren den Garaus gemacht; sie war einfach nicht erfolgreich genug. Immerhin verkaufte sie - wie es 1987 in der Firmenzeitschrift Miller intern hieß - insgesamt "weit mehr als 2,5 Mio. Tonträger", doch Goldene Schallplatten heimsten Dracula, Frankenstein und die anderen Ungeheuer nicht ein. Ihre Absatzzahlen müssen hinter den von anfänglichen Erfolgen geweckten Erwartungen zurückgeblieben sein, zumal EUROPA neben den Goldgaranten Die drei ??? und Ein Fall für TKKG munter weitere vielversprechende Serien (für Erwachsene wie auch für Kinder) startete, die im Tonträger-Handel, in Supermärkten und an Tankstellen den knappen Platz im MC-Regal für sich beanspruchten. Ältere Reihen landeten da über kurz oder lang auf dem Abstellgleis, erst recht wenn ihnen aufgrund schwächelnder Nachfrage Fortsetzungen verwehrt blieben: ein mutierter Krakenfisch, Zombies und ein Alien brachten der Gruselserie keinen neuen Schwung und so senkten die Produktnavigatoren in den Jahren 1983/84 den Daumen - alle Systeme auf Stop! • Daß die Gruselserie im Oktober/November 1984 vom Markt verschwand, gerade als die Masters of the Universe bei EUROPA erstmals ihre Muskeln spielen ließen, ist sicherlich kein Zufall. Ausgerechnet diesen intergalaktischen Nervensägen mußte das Weltraum-Monster den Vortritt lassen. Grow und seine Gruselgenossen bewiesen gleichwohl den längeren Atem. Denn auch wenn ihr erster Comebackversuch 1987/88 innerhalb von etwa zwölf Monaten sang- und klanglos verpuffte, so wurde die Gruselserie um die Jahrtausendwende herum als "Klassiker" geadelt und zusammen mit Perry Rhodan erneut veröffentlicht. He-Man, Skeletor und all den anderen Schießbudenfiguren vom Plastikplaneten Eternia war da schon längst die Puste ausgegangen - ihre Hörspiele schmoren auf ewig in der Lizenzhölle, während die Gruselserie nach wie vor erfrischend untot durch die Streamingportale und unsere Gehörgänge geistert ...
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© Die Gruselseiten (1. August 2025)